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Wie Odoo Fertigung strukturiert – vom Materialfluss bis zum Shopfloor

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21 Jan 2026

Wie Odoo Fertigung strukturiert – vom Materialfluss bis zum Shopfloor

Die Stärke von Odoo liegt nicht in einem einzelnen Modul, sondern im Zusammenspiel aller Bausteine entlang der Wertschöpfung. Besonders sichtbar wird das in der Produktion.

  1. Bereitstellungslogistik: Material dort, wo es gebraucht wird

Viele Systeme bilden Fertigung ab, aber nicht die Materiallogistik davor. Odoo tut beides.

Beim Start eines Fertigungsauftrags werden automatisch Kommissionier-Transfers erzeugt, die alle benötigten Komponenten aus den jeweiligen Lagerplätzen bereitstellen.
Das bedeutet:

  • weniger Abstimmung zwischen Lager und Produktion
  • keine doppelten Listen
  • korrekte Bestände in Echtzeit
  • saubere Rückverfolgbarkeit jeder Bewegung

Wer heute noch in der Werkstatt „erst mal schaut, ob genug Material da ist“, hat mit Odoo erstmals eine solide Grundlage für verlässliche Planung.

  1. Mehrstufige Stücklisten: Komplexität sauber beherrscht

Odoo unterstützt verschachtelte bzw. mehrstufige Stücklisten (indented BOM) – ein zentraler Punkt für Maschinenbauer, Elektrotechnik, Metallbau, Gerätefertiger oder modulare Produktionslinien.

Jede Unterbaugruppe hat eine eigene Stückliste und kann wiederum aus Unterstücklisten bestehen.
Vorteile:

  • klare Struktur statt Monolith-BOM
  • präzise Bedarfsplanung über alle Ebenen
  • früh sichtbare Engpässe in unteren Ebenen
  • Wiederverwendung von Modulen / Plattformdenken

Für den Mittelstand heißt das:
Komplexe Produkte bleiben beherrschbar – egal, ob 3, 5 oder 12 Fertigungsstufen beteiligt sind.

  1. Arbeitsgänge, Routings & Work Orders: Produktionslogik als digitaler Ablauf

Routings in Odoo bilden den tatsächlichen Fertigungsweg ab:

  • Arbeitsgang 1 → Werkbank A
  • Arbeitsgang 2 → CNC
  • Arbeitsgang 3 → Montageband
  • Arbeitsgang 4 → Qualitätsprüfung

Jeder Arbeitsgang ist mit Arbeitsplätzen (Work Centers), Zeiten, Kapazitäten und optional Checklisten verknüpft.

Durch die automatische Erzeugung von Work Orders entsteht ein digitaler Ablauf, der direkt am Shopfloor gesteuert werden kann:

  • Start
  • Pause
  • Verbrauch melden
  • Ausschuss melden
  • Fertig melden

Dieser Ansatz ist nicht „MES light“, sondern eine klare, praxistaugliche Steuerungsebene für viele mittelständische Betriebe.

  1. Material & Rückmeldungen: Transparenz statt Bauchgefühl

Odoo reserviert Material automatisch, meldet Verbrauch sauber zurück und steuert Bestellungen oder interne Nachschübe aus.

Das ergibt ein System, das selbstständig:

  • Fehlteile verhindert
  • Lagerbestände korrekt hält
  • Nachschubprozesse auslöst
  • Ausschuss und Nacharbeit dokumentiert

Menschen entscheiden – das System rechnet, prüft und liefert die Datenbasis.
So muss moderne Fertigungs-IT im Mittelstand funktionieren.

  1. Personal & Leistung: Realistisch, nicht überladen

Was Odoo nicht ist:

  • ein vollwertiges Workforce-Management mit Schichtplanung.

Was Odoo sehr gut kann:

  • tatsächliche Zeiten pro Arbeitsgang erfassen
  • Kapazitäten pro Arbeitsplatz abbilden
  • Mitarbeiterzeiten direkt in die Kostenrechnung einfließen lassen

Die meisten Mittelständler benötigen genau diese Ebene – nicht mehr und nicht weniger.

>> Im dritten Teil folgt der Blick auf die betriebswirtschaftliche Wirkung: Wo bringt Odoo messbaren Vorteil, wo liegen Grenzen und wie sollte ein Unternehmen den Einstieg angehen?

Tags: Odoo